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HABICHTSWALDKLINIK
Die integrative
Onkologie vereint universitäre Medizin, Unser Informationsservice zum Thema:
Tumor Was ist denn ein Tumor? Bösartige Erkrankungen werden auch „Kre bs oder Tumor“ genannt. Durch das unkontrollierte und ungebremste Wachstum von Zellen entsteht zunächst am Ausgangsort ein Geschwulst (Tumor). Der lateinische Begriff „Tumor“ heißt Schwellung und sagt nichts über die Gut- oder Bösartigkeit aus. Meist verwenden wir den Begriff „Tumor“ mittlerweile in dem Zusammenhang bösartiger Tumor. Er kann aber genauso gut im Zusammenhang mit gutartigen bzw. entzündlichen oder infizierten Gewebeschwellungen auftreten.Ein Tumor entsteht im Gewebe durch Veränderungen in einer einzelnen Zelle, die sie dann an ihre Tochterzellen weitergibt und die zu dem unkontrollierten Wachstum und der immer weiteren Vermehrung dieser Zellen führt. (siehe auch meinen Beitrag zur „Tumorentstehung“). Kre bs ist „bösartig“, da die Geschwulst sich unter Zerstörung des umliegenden gesunden Gewebes ausbreitet. Vom ursprünglichen Herd, dem primären Tumor, können beim Tumor im weiteren Verlauf auch Streuherde, sogenannte Metastasen ausgehen, die sich in ganz anderen Geweben und Organen ansiedeln. Tumor zellen verlieren während ihrer Entstehung die Fähigkeit, im Zusammenhang mit ihren Nachbarzellen kontrolliert zu wachsen. Zunächst beginnen sie, Nachbarzellen zu verdrängen, im Weiteren kann es auch zur Zerstörung des umgebenden gesunden Gewebes kommen. Während normale Zellen praktisch immer am Ort ihrer Entstehung bleiben (Ausnahmen sind selten, z. B. bei den Blutzellen), so können Tumor zellen die Fähigkeit erlangen, in umgebendes Gewebe einzuwachsen oder über Lymph- und Blutbahnen in ganz andere Organe und Gewebe zu gelangen, in dieses Gewebe einzudringen und wieder mit einem Vermehrungszyklus zu beginnen, der zur Entstehung weiterer Geschwulste führt. Auch an diesen Stellen kann das Wachstum zur Zerstörung des gesunden Gewebes führen. Eine dritte Eigenschaft unterscheidet Tumor zellen von normalen Zellen. Während normale Zellen nach einiger Lebenszeit bzw. auch wenn sie schwerer erkrankt sind, sich selber abtöten und hierdurch Schutz für das umliegende gesunde Gewebe entsteht, verlieren Tumor zellen diese Eigenschaft. Auch wenn sie geschädigt sind, leben sie weiter. Gleichzeitig sind sie gegen schädigende Einflüsse weniger überlebensfähig als gesunde Zellen, so dass sie durch Chemotherapie oder Strahlentherapie angegriffen werden können. Die Entwicklung beim Tumor beruht also auf vermehrter Zellteilung auf der einen Seite und/oder vermindertem Zelluntergang auf der anderen Seite, so dass insgesamt eine Zunahme der Zellmasse resultiert. Der Tumor wird
nach dem Organ, aus dem er stammt, wie z. B. Brust
tumor, Prostatat
tumor, Tumor
zellen behalten
grundsätzlich immer die Eigenschaften des Gewebes aus dem sie stammen, auch wenn
sie in anderes Gewebe einwachsen. „Knochen
tumor“,
wie er von Laien verstanden wird, bedeutet meistens
Knochenmetastasen anderer Krebs
arten, wie z. B.
Blutkrebs
oder
Prostatakrebs.
Diese Unterscheidung ist für die Behandlung wichtig, da die Behandlung der
Metastasen sich immer nach den Grundsätzen der Behandlung der ursprünglichen Tumor zellen sind unterschiedlich differenziert. Hiermit bezeichnen Ärzte das Ausmaß, in dem sich die Tumorzelle in ihrem äußeren Erscheinungsbild und in ihrem Stoffwechselverhalten von der ursprünglichen Ausgangszelle fortentwickelt hat. Gut differenzierte Tumoren ähneln sehr dem ursprünglichen Gewebe, schlecht differenzierte Tumoren sind ihm unähnlich und manchmal nur über sehr spezielle Untersuchungsmethoden einzuordnen. Sie wachsen in der Regel aggressiver und schneller. Auch dies hat für die Behandlung oft eine große Bedeutung. Eine besondere Tumor art stellen Leukämien (Blutkrebs) und Lymphome (Lymphknotenkrebs) dar. Leukämien sind Tumor formen der weißen Blutzellen (es gibt auch ganz selten Tumor formen der roten Blutzellen und der Blutplättchen). Aufgrund der Ausbreitung der weißen Blutzellen im ganzen Körper beginnt dieser Tumor nicht an einer Stelle lokalisiert. Lymphome müssen wir unterscheiden vom Lymphknotenbefall durch andere Tumorarten (z. B. Lymphknoten der Achselhöhle bei Brusttumor). Lymphome entstehen aus verschiedenen, normalerweise im Lymphknoten vorkommenden Zellen. Sie sind den Leukämien verwandt. Lymphome entstehen im ganz frühen Stadium meistens an einer Stelle im Körper. Meist ist aber auch hier bereits eine weitere Ausdehnung vorhanden, so dass eine den ganzen Körper einbeziehende Therapie erforderlich ist. (siehe auch die Kapitel Leukämie und Lymphome) Die Therapie beruht darauf, die Tumor zellmasse zu reduzieren (Operation, Strahlentherapie) zum Zelluntergang (Zelltod, Apoptose) zu führen (Chemotherapie, Immuntherapie, neue Substanzen) und die Zellvermehrung zu behindern. Die Therapie von Tumorerkrankungen bestand traditionell aus den sogenannten „3 Säulen“: der Operation, der Strahlentherapie und der Chemotherapie. In den vergangenen Jahren hat die Diagnostik und Therapie, also insgesamt die Medizin von Tumorerkrankungen (Onkologie) erhebliche Fortschritte gemacht. Operationsverfahren sind deutlich verbessert worden, die Strahlentherapie hat nicht nur eine bessere Wirksamkeit, sondern auch eine bessere Schonung des umgebenden gesunden Gewebes erreicht und in der Chemotherapie stehen zahlreiche neue Substanzen zur Verfügung, die zielgerichtet gegen verschiedene Tumorarten eingesetzt werden können. Neu sind Substanzen, wie z. B. Antikörper, mit denen wir versuchen, das Immunsystem gezielt im Kampf gegen die Tumorerkrankung zu aktivieren. Ganz neue
Entwicklungen zielen auf die Besonderheiten des Stoffwechsels von bestimmten Weitere Forschungen haben uns gezeigt, dass wir in Tumoren die Blut- und damit Nährstoffzufuhr angreifen können (Angiogenese). Entgegen einiger Meldungen in verschiedenen Medien ist es durch frühere Diagnostik und verbesserte Therapiemethoden gelungen, für viele Patienten eine Heilung von bösartigen Erkrankungen zu ermöglichen. Für andere können wir sehr gute Verbesserungen der Lebenszeit, aber auch der Lebensqualität (siehe auch mein Kapitel über Lebensqualität) erreichen. Leider wurden die hohen Erwartungen in diese Medikamente teilweise enttäuscht, da wir erkennen mussten, dass auch diese zielgerichteten Medikamente Nebenwirkungen haben, da auch gesunde Zellen angegriffen werden oder reagieren. Dies beruht darauf, dass Tumor zellen keine komplett körperfremden Zellen darstellen, sondern aus ihnen entstanden sind und damit eng mit ihnen verwandt sind. Je mehr wir über die Eigenschaften von Tumor zellen und insbesondere über ihre Unterschiede zu normalen Zellen erfahren, desto mehr Therapiemöglichkeiten können wir erschließen. Gleichzeitig müssen wir lernen, unseren Patienten mit der Behandlung der Folgeerscheinungen der Erkrankung bzw. auch der Nebenwirkungen der Therapie eine gute Lebensqualität zu geben. Ganzheitsmedizinische Konzepte, wie wir sie in der Habichtswald-Klinik verfolgen, können hierzu beitragen.
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