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HABICHTSWALDKLINIK
Die integrative
Onkologie vereint universitäre Medizin, Unser Informationsservice zum Thema:
Bisphosphonate - Teil 2 Bisphosphonate zur Behandlung bei Knochenmetastasen
Teil 1 der Bisphosphonate gibt Ihnen eine allgemeine Übersicht zum Thema
Bisphosphonate sind eine Gruppe osteotroper
Medikamente, die für diagnostische und therapeutische Zwecke bei
verschiedenen Knochen- und Kalziumstoffwechselkrankheiten entwickelt wurden.
Zunächst kann durch Gabe sog. Bisphosphonate eine medikamentöse Stabilisierung des Knochens eingeleitet werden. Bisphosphonate binden sich an den Knochen, werden von Osteoklasten aufgenommen und behindern diese in ihrer Tätigkeit. Darüber hinaus fördern Bisphosphonate den Aufbau neuer Knochensubstanz. Bisphosphonate können auch bei hohem Kalziumspiegel eingesetzt werden, um das Kalzium wieder an den Knochen zu binden. Darüber hinaus bremsen sie das Fortschreiten einer Knochenmetastasierung.
Wenn sich Tumorzellen im Knochen absiedeln, so führen sie zu einer Veränderung des Gleichgewichtes zwischen Osteoklasten, den knochenauflösenden Zellen, und Osteoblasten, den knochenbildenden Zellen. Im normalen Knochen besteht zwischen beiden Zellarten ein Gleichgewicht, so dass sich Knochen durch Aufbau- und Abbauvorgänge immer wieder an die verschiedenen Belastungen anpassen können. Durch Botenstoffe, die von den Tumorzellen freigesetzt werden, werden Osteoklasten und Osteoblasten beeinflusst.
a) Bisphosphonate hemmen die knochenabbauenden
Zellen (Osteoklasten), nachdem diese das ab den Knochen gebundene Bisphosphonat
aufgenommen haben. c) Bisphosphonate reduzieren die Anzahl der Osteoklasten (knochenabbauenden Zellen) durch Hemmung ihrer Bildung und/oder Verkürzung ihrer Lebensdauer. Entwickeln sich größere oder zahlreiche Knochenmetastasen, so kann es durch eine Auflösung des Knochens und daraus folgende Freisetzung von Kalzium auch zu einem Anstieg des Kalziums im Blut kommen. Diese sog. Hyperkalzämie kann für den Patienten gefährlich werden, wenn es zur Beeinträchtigung der Nierenfunktion, Muskelschwäche oder im ausgeprägten Fall zur Entwicklung eines Komas kommt. d) Bisphosphonate hemmen die Knochenresorption und somit die Kalziummobilisierung
Bisphosphonate werden in der Regel gut vertragen, sie sollten mit einigem Abstand von den Mahlzeiten eingenommen werden, falls sie oral verabreicht werden. Bisphosphonate werden häufig als Infusionen verabreicht, die alle 3-4 Wochen erfolgen. Auch die Infusionen sind in der Regel gut verträglich, gelegentlich kann es jedoch vor allen Dingen bei der ersten Gabe zu Schmerzen im Skelettsystem, aber auch zu Übelkeit und Kreislauferscheinungen kommen. Bei einigen Bisphosphonate n wurde (bei zu schneller Infusion) eine Schädigung der Niere ausgelöst. Eine erst seit relativ kurzer Zeit bekannte Nebenwirkung von Bisphosphonate n ist eine Nekrose (Gewebsuntergang) von Knochen, insbesondere im Bereich des Unterkiefers. Diese Nebenwirkung ist sehr selten. Das Risiko wird erhöht, wenn während der Therapie kieferchirurgische Eingriffe erforderlich sind. Deshalb sollten Patienten, die geplant mit einer Bisphosphonattherapie anfangen können, zunächst ihren Zahnarzt aufsuchen und mögliche Herde vorab behandeln lassen.
Bei einzelnen Knochenmetastasen oder bei besonderer Frakturgefährdung werden lokale Maßnahmen wie eine Operation und/oder eine Bestrahlung erforderlich. Eine Bestrahlung führt nach einiger Zeit zu einer Abnahme der Schmerzen, die Stabilisierung des Knochens setzt erst mit mehreren Wochen Verzögerung ein. Bestrahlung und Bisphosphonattherapie sind gut zu kombinieren. Bei der Operation kommen verschieden Verfahren zur Anwendung. Meist wird der Defekt im Knochen durch künstliches Material überbrückt und stabilisiert. Bei Schmerzen aufgrund von Knochenmetastasen sind darüber hinaus alle Schritte einer modernen Schmerztherapie einzuleiten (siehe Kapitel Schmerztherapie).
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