HABICHTSWALDKLINIK
Abteilung Onkologie

Die integrative Onkologie vereint universitäre Medizin,
 Naturheilkunde und Psychoonkologie

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Xerostomie

Xerostomie bei Tumorerkrankungen ©


Was ist Xerostomie?

Xerostomie ist eine Trockenheit im Mund und kann bei Patienten mit einer Tumorerkrankung durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden.

Eher selten ist es so, dass die Tumorerkrankung die Speicheldrüsen selber befällt und dadurch zu einer verminderten Bildung von Speichelflüssigkeit führt. Häufiger kommt es zu einer Xerostomie im Rahmen der Tumorbehandlung, insbesondere durch eine Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich oder durch die Gabe von Chemotherapiemitteln, die die Schleimhaut schädigen. Auch die Einnahme von Medikamente, die als Begleittherapie eingesetzt werden, kann zur Xerostomie führen.

Zu diesen Medikamenten, die Mundtrockenheit auslösen können, gehören auch Antidepressiva, Sedativa, Medikamente gegen Bluthochdruck und Allergien, einige Antibiotika und Lipidsenker sowie wassertreibende Mittel und Medikamente, die z. B. die Blasentätigkeit nach Operationen im Unterleib beeinflussen.  

Das unangenehme Gefühl des trockenen Mundes führt zu verstärktem Durstgefühl, Beschwerden beim Kauen, Schlucken, Sprechen und Essen, Geschmacksstörungen bis hin zu Schleimhaut- und Zungenbrennen, schmerzhaften Stellen im Mund und Zahnfleischbluten. Für Zahnprothesenträger entstehen oft weitere Probleme durch Druckstellen oder dass die Prothese nicht mehr richtig sitzt.

Durch diese Veränderungen kann es zu Schmerzen beim Essen und Schlucken und in der Folge zu Appetitmangel, aber auch zu Beschwerden beim Sprechen kommen. Durch eine Zunahme von Krankheitserregern im Mund kann es zu einer vermehrten Parodontose und Kariesbildung kommen. Unangenehm ist auch die Entstehung von Mundgeruch.

Längerfristig kann Xerostomie zu einer verminderten Nahrungsaufnahme und damit ungesunder Ernährung und Gewichtsabnahme führen.

Xerostomie: Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Bereits bei der Behandlungsplanung sollte vom Arzt darauf geachtet werden, ob Therapeutika eingesetzt werden, die zu Xerostomie führen können. Dann sollte der Patient auf dieses Problem hingewiesen und ihm die verschiedenen Hilfsmöglichkeiten erläutert werden. Bemerken Sie als Patient Xerostomie, sprechen Sie mit Ihrem Arzt offen darüber und bitten Sie ihn, Ihnen Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen.

Bei einer Bestrahlungsplanung im Halsbereich kann durch moderne Bestrahlungsplanung in einigen Fällen die Bestrahlung der Speicheldrüsen zumindest auf einer Seite vermieden werden.

Bei starker Xerostomie auf dem Boden einer Medikamentennebenwirkung ist evtl. ein Austausch des Medikamentes möglich.

Bei einer Chemotherapie, die die Mundschleimhaut angreifen kann, ist es wichtig, von Anfang an für eine gute Mundpflege zu sorgen. Hierzu gehören Spülungen mit Salbei oder Kamillenextrakt, vorsichtiges, schonendes Zähneputzen mit weicher Zahnbürste oder Anwendung der Munddusche und das Vermeiden von scharfen oder heißen Speisen.

Ganz wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Der Speichelfluss kann durch Lutschen von Bonbons oder Kauen von Kaugummis gefördert werden, wobei auf zahnfreundliche zuckerfreie Zubereitungen geachtet werden sollte. Hierbei können bei der Auswahl der Geschmacksrichtung die eigenen Vorlieben berücksichtigt werden, insbesondere Pfefferminz- und Salbeizubereitungen haben sich bewährt. Auch das Lutschen von Eiswürfeln (evtl. aus Fruchtsaft, auch mit Fruchtfleisch oder anderen Getränken) kann hilfreich sein. Hier hat sich besonders die Ananasfrucht bewährt.

Xerostomie: Medikamentöse Behandlung

Die in vielen Kliniken eingesetzten Zitronenstäbchen werden nur von einigen Patienten als längerfristig hilfreich empfunden. 

Bewährt hat sich der Einsatz von künstlichen Speichelersatzflüssigkeiten als Mundspray, die zu einer Befeuchtung des Mund- und Rachenraumes führen und meist pflegende Eigenschaften haben. Darüber hinaus wirken sie einer Demineralisierung der Zähne und einer Karies entgegen. Diese Sprays enthalten in der Regel eine die Feuchtigkeit bindende Grundsubstanz, pflegende Substanzen wie Panthenol und Mineralien. Sie können nach Bedarf, also in unbegrenzter Menge, eingesetzt werden.

Linderung kann auch durch Mundspülungen mit Pilocarpin® Augentropfen erzielt werden.

Die Naturheilkunde bietet mit dem Präparat Traumeel® eine homöopathische Zubereitung an, die in einer österreichischen Studie bei Kindern mit Hochdosis-Chemotherapie zu einer deutlichen Besserung der Schleimhautbeschwerden geführt hat. Erste Erfahrungen in unserer Abteilung zeigen, dass einige Patienten von dieser Medikation profitieren, wobei der Wirkmechanismus noch weitgehend unbekannt ist.

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit
 © Dr. Jutta Hübner, Onkologie

Animationen animierte Augen

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Aktualisiert: Juni 2010

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